EBC Sachverständigenbüro
für Bauschäden
 Dipl.-Ing. (FH) Christof Eberstadt 
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Ich baue gerade ein Haus ...

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1. Der geplante Schaden ist der beste!
 
 
 
 
Das klingt merkwürdig, nicht wahr? Im Vorfeld der Gebäudeplanung bestehen Möglichkeiten, Ihr Haus
vor der Entstehung gewisser Schäden zu schützen. Wie das gehen soll?
 
 
 
 

Zunächst muss ich dazu sagen, dass sich Schäden nicht mit einer 100%-igen Sicherheit vermeiden
lassen. Ich kann Ihnen als Gutachter also keine solche Sicherheit geben.
Ich kann lediglich dazu
verhelfen, dass die Umsetzung meiner Erfahrungen zu einer Schadenminderung im Fall des Falles
beitragen kann.

In meiner Tätigkeit als Schadengutachter stelle ich immer wieder fest, dass sich Schäden hätten
vermeiden lassen, wenn seitens der Gebäudeplanung der Aspekt der Schadenminderungsmöglichkeit
mehr im Focus gestanden hätte.
Hier setze ich an. Ich muss aber betonen, dass meine Ansätze
in der heutigen Zeit unkonventionell sind (das ist eine Umschreibung für den Begriff: Ärger!), und
die Umsetzung kostet Geld. Darüber müssen Sie sich im Klaren sein.

Ich will Ihnen hier nur ein Beispiel geben:

 
   

Der Leitungswasserschaden

 

Es ist immer wieder erstaunlich, in welchem Umfang gerade in neuen Bauten ein Leck im Wasser
führenden System auftritt. Leider muss man sagen, dass das auch bei sorgfältiger Herstellung
möglich ist. Für mich entsteht daraus die Frage: was kann seitens der Planung getan werden, um
wenigstens die Folgen eines Lecks zu minimieren, denn gerade diese bestimmen ganz wesentlich
den Schaden?

Im Unterschied zu früheren Zeiten werden wasserführende Leitungen heute als verdeckte Systeme
auf allen möglichen Wegen an jede beliebige Stelle im Bauwerk geführt, die vor allem eines sein sollen:
schnell verlegt! Warum? Dafür sehe ich drei Gründe: Erfahrungen der Altvordern stehen nicht so hoch
im Kurs; die technische Machbarkeit bestimmt unser Denken; lange Wege kosten Geld.

Was sind die Folgen? Die Rohrleitungen durchqueren den Grundriss des Gebäudes in nicht
kontrollierbarer (weil nicht sichtbarer) Verlegung,
werden ganz überwiegend im Estrich verlegt,
sind überdeckt durch Teppichboden, Parkett, Fliesen. Tritt ein Leck auf, dann führt diese Konstruktion
zu gravierenden Folgeschäden durch Benässung größerer Bodenflächen, der angrenzenden Wände,
im ungünstigen Fall der Bodenbeläge, und häufig verbreitet sich der Schaden in das Stockwerk
darunter. Außerdem kommen Systeme zum Einsatz, bei denen unter Umständen der Wasseraustritt
an einer Stelle erfolgt, die nicht gleichzeitig die Leckstelle im Rohr selber ist. Erschwerend kommt
hinzu, dass der Eventualfall -die notwendige Lecksuche und Reparatur- in der Planung keine
Berücksichtigung findet. Der Betroffene sieht sich dann konfrontiert mit meist erheblicher
Beschädigung seines Ausbaus, um schließlich die Reparatur vornehmen zu können. Ich halte dies
für in vielen Fällen vermeidbar.

 
   
 Meine Ansätze sind z.B.: 
    
 
1.
Der wesentliche Punkt ist ganz banal: Wasser fließt immer nach unten. Es ist also viel gewonnen,
wenn ein solcher direkter Weg besteht. Nicht zu unterschätzen ist allein schon der Punkt, dass
sich Wasser nicht in einem Estrich aufstauen kann, wenn eine Abflussmöglichkeit besteht.
 
 
2.
Nehmen Sie also Abstand von Ihrer Vorstellung, Küche, Bäder und WC's an unterschiedlichen
Ecken des Grundrisses positionieren zu wollen. Von Beginn der Planung an sollten solche
Räume im Grundriss möglichst zusammengelegt und um zentrale Stockwerkskanäle gruppiert
werden, von welchen aus die jeweiligen Abnehmer auf möglichst kurzen Wegen erreicht werden.
Und wenn mal ein Raum wirklich abseits liegen soll, dann führen Sie die Versorgungsleitungen
vom Keller aus in einem separaten Wandschacht hoch, und nicht von einem Raum des
Stockwerks in den nächsten oder gar übernächsten.
 
 
3.
Die Stockwerkskanäle sind so verkleidet, dass sie ohne größeren Aufwand geöffnet werden
können. Das ist auch in gefliesten Räumen möglich.
 
 
4.
So oft wie möglich sollten von den Schächten abgehende Rohrleitungen nicht in der Wand,
sondern auf ihr verlegt werden (zum Beispiel in Küchen möglich, auch in Kellern). Bei
geeigneten Deckenverkleidungssystemen lassen sich Rohrführungen an der Decke verbergen,
anstatt im Stockwerk darüber im Estrich zu verlaufen.
 
 
5.
Keine flexiblen Druckschlauchverbindungen an Armaturen verwenden; es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese defekt werden!  
 
6.
Keine Verteiler in der Estrichebene einbauen; das Risikopotenzial steigt mit der Anzahl von
Rohrverbindungen!
 
 
7.

Keine Bade- oder Duschwanne ohne Zugangsmöglichkeit zur Einsicht darunter! Wannen-
abläufe immer in Richtung der Einblickmöglichkeit ausrichten!

 
 
8.
Waschmaschinen haben in Obergeschoßen nichts zu suchen!  
 
9.
Kein Hausbau ohne die Zurücklegung von ausreichend Ersatzfliesen!  
    usw. , usw.  
    
 

Ich kann an dieser Stelle nur ganz allgemeine Punkte anführen und weiß, dass meine Vorschläge
Zündstoff bergen. Die heutigen Bestimmungen und die allgemeinen Bedingungen machen die
Ausführung im Detail schwierig - aber keinesfalls unmöglich. Es kommt einfach darauf an, mal
über Möglichkeiten nachzudenken und zu diskutieren. Fordern Sie Ihren Architekten oder:

Fragen Sie mich! Vielleicht habe ich die Lösung für Ihr Problem.